Das Wichtigste in Kürze
- Stellenanzeigen erreichen Leute, die aktiv suchen. Social Recruiting erreicht die vielen, die offen wären, aber gerade nicht suchen.
- Für gefragte Fachkräfte reicht die Anzeige allein oft nicht. Am besten wirken beide Wege zusammen, mit einer Karriereseite als gemeinsamem Ziel.
- Entscheidend sind eine schnelle, einfache Bewerbung und echte Einblicke in deinen Betrieb – egal über welchen Kanal.
Inhalt(9 Abschnitte)
Die Stellenanzeige ist geschaltet, die Wochen vergehen, und es kommen zwei Bewerbungen – eine davon passt nicht. Viele Betriebe kennen das. Die Frage ist dann: mehr Geld in Jobbörsen stecken oder etwas anderes ausprobieren? Hier ist der ehrliche Vergleich.
Der Unterschied in einem Satz
Eine Stellenanzeige wartet darauf, gefunden zu werden. Social Recruiting geht zu den Leuten hin, die gerade nicht suchen, aber wechseln würden, wenn das Angebot passt.
Gerade bei Fachkräften ist die zweite Gruppe deutlich größer. Viele gute Leute haben einen Job, sind halbwegs zufrieden und schauen nie in eine Jobbörse. Aber sie scrollen jeden Abend durch Instagram und Facebook.
Stellenanzeige: Stärken und Grenzen
Wann sie gut funktioniert
- bei Stellen mit vielen Bewerbern, zum Beispiel im Büro oder bei Aushilfen,
- wenn es schnell gehen muss und genug Leute aktiv suchen,
- als Grundlage: Auch wer über Social Media auf dich aufmerksam wird, will die Stelle irgendwo nachlesen.
Wo sie an Grenzen stößt
- bei gefragten Fachkräften, die gar nicht aktiv suchen,
- wenn deine Anzeige zwischen hundert ähnlichen steht und austauschbar klingt,
- wenn die Bewerbung zehn Felder und einen Lebenslauf als PDF verlangt.
Social Recruiting: Stärken und Grenzen
Wann es gut funktioniert
- bei Fachkräften und Azubis, die du über Jobbörsen kaum erreichst,
- wenn du echte Einblicke zeigen kannst: Team, Werkstatt, Baustelle, Arbeitsalltag,
- regional: Anzeigen lassen sich auf die Umgebung deines Betriebs eingrenzen.
Wo es an Grenzen stößt
- ohne gute Inhalte: Ein Stockfoto mit „Wir suchen dich!“ wird überscrollt,
- ohne Ziel: Wer klickt, muss auf einer Seite landen, auf der er sich in wenigen Schritten bewerben kann,
- bei Stellen, für die es in der Region schlicht kaum Leute gibt – da helfen auch keine Anzeigen.
Ein Hinweis zum Recht: Auch Social-Recruiting-Anzeigen müssen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz beachten. Zielgruppen nach Alter oder Geschlecht auszuschließen, ist bei Stellenanzeigen heikel, und die Stellenbezeichnung muss alle ansprechen, zum Beispiel mit „(m/w/d)“.
Der direkte Vergleich
- Wen du erreichst: Stellenanzeige – aktiv Suchende. Social Recruiting – auch passiv Wechselbereite.
- Was du brauchst: Stellenanzeige – einen guten Text. Social Recruiting – Fotos oder kurze Videos aus deinem Betrieb.
- Wie schnell es wirkt: Stellenanzeige – sofort sichtbar, wenn jemand sucht. Social Recruiting – Anzeigen laufen ab dem ersten Tag, Vertrauen wächst mit der Zeit.
- Was danach bleibt: Stellenanzeige – nach Ablauf nichts. Social Recruiting – Inhalte, die du immer wieder nutzen kannst, und ein Bild als Arbeitgeber.
Am besten: beides, mit einem gemeinsamen Ziel
Die meisten Betriebe fahren am besten mit einer Kombination. Stellenanzeigen, Social-Recruiting-Anzeigen, ein Radio-Jobspot oder ein Plakat am Firmengelände führen alle auf dasselbe Ziel: eine Karriereseite, die zeigt, wie es bei dir ist, und auf der die Bewerbung in wenigen Klicks erledigt ist – auch am Handy.
Dazu kommen regionale Wege: ein Jobspot im Radio, Präsenz auf Berufsmessen und regionale Jobportale wie Arbeiten in Franken, unser eigenes Portal für Jobs in der Region.
Aus unserer Praxis
Für den Fachbetrieb mannl + hauck in Haßfurt haben wir Karriereseite und Social Recruiting mit echten Mitarbeitern aufgebaut. Für das Radsport Haus lief ein Jobspot im Radio. Beides findest du in unseren Referenzen.
Checkliste: Was du vor der nächsten Stelle klären solltest
- Wen suchst du genau – und sucht diese Person aktiv oder eher nicht?
- Warum sollte jemand zu dir wechseln? Frag dein Team.
- Gibt es eine Karriereseite, auf der man sich am Handy in wenigen Schritten bewerben kann?
- Hast du Fotos oder kurze Videos aus dem Arbeitsalltag (mit Einwilligung)?
- Wer antwortet auf Bewerbungen – und innerhalb welcher Zeit?
- Woran misst du, welcher Kanal Bewerbungen gebracht hat?
Lass uns draufschauen
Du willst wissen, welcher Weg für deine offene Stelle passt? Im kostenlosen Erstgespräch schauen wir uns das in 30 bis 45 Minuten gemeinsam an. Mehr zum Angebot: Recruiting & Employer Branding. Und wenn du tiefer einsteigen willst: Fachkräfte finden im Handwerk.
Häufige Fragen
Was ist Social Recruiting?
Social Recruiting heißt, Mitarbeiter über soziale Netzwerke wie Instagram, Facebook oder LinkedIn zu gewinnen – mit Beiträgen und Anzeigen, die Menschen erreichen, die gerade nicht aktiv nach einem Job suchen.
Ist Social Recruiting besser als eine Stellenanzeige?
Nicht grundsätzlich. Für gefragte Fachkräfte und Azubis erreicht es oft mehr Leute, für Stellen mit vielen aktiv Suchenden reicht häufig die Anzeige. Am besten wirkt die Kombination mit einer guten Karriereseite.
Brauche ich für Social Recruiting eigene Videos?
Echte Einblicke wirken deutlich besser als Stockfotos. Ein paar kurze Clips oder Fotos aus dem Arbeitsalltag reichen für den Anfang – mit Einwilligung der Gezeigten.
Wie schnell bringt Social Recruiting Bewerbungen?
Anzeigen sind ab dem ersten Tag sichtbar. Wie schnell Bewerbungen kommen, hängt von der Stelle, der Region und davon ab, wie einfach die Bewerbung ist.