Das Wichtigste in Kürze
- Im Handwerk bringt Social Media zwei Dinge: Vertrauen bei Kunden aus der Region und Aufmerksamkeit bei Leuten, die gerade nicht aktiv einen Job suchen.
- Am besten funktionieren echte Einblicke: Baustelle, Vorher-nachher, Team, Werkstatt. Dafür braucht es kein Studio, sondern einen festen Ablauf.
- Lieber zwei Kanäle regelmäßig als fünf halbherzig – und jeder Beitrag braucht einen nächsten Schritt: anrufen, Termin, Bewerbung.
Inhalt(10 Abschnitte)
„Für Instagram haben wir keine Zeit, wir haben genug zu tun.“ Den Satz hören wir oft – und er stimmt sogar. Volle Auftragsbücher sind nicht das Problem. Das Problem sind fehlende Leute, Kunden, die erst nach dem dritten Angebot unterschreiben, und ein Betrieb, den in der Region kaum jemand von innen kennt.
Genau da hilft Social Media. Nicht mit Tanzvideos, sondern mit dem, was du jeden Tag sowieso machst. Hier steht, wie das in einem Handwerksbetrieb funktioniert, ohne dass es zum zweiten Vollzeitjob wird.
Wofür Social Media im Handwerk gut ist – und wofür nicht
Social Media bringt dir selten den Auftrag direkt aus dem Feed. Es sorgt dafür, dass man dich kennt, bevor man dich braucht. Wer drei Monate lang gesehen hat, wie sauber deine Leute ein Bad fliesen, ruft eher dich an als den Betrieb, von dem er nur die Telefonnummer hat.
- Vertrauen: Kunden sehen, wie du arbeitest, wer kommt und wie es danach aussieht.
- Mitarbeiter: Leute, die gerade keinen Job suchen, sehen, wie es bei dir zugeht. Das ist oft der erste Schritt zu einer Bewerbung.
- Erinnerung: Wer dir folgt, denkt an dich, wenn der Nachbar fragt, wen man für das Dach nehmen kann.
Was Social Media nicht ersetzt: eine Website, die am Handy funktioniert, und ein gepflegtes Google-Unternehmensprofil. Wer dich auf Instagram sieht, sucht dich danach meistens bei Google.
Welche Kanäle passen?
Für die meisten Handwerksbetriebe in Franken reichen zwei Kanäle:
- Instagram für Einblicke, Reels und Recruiting – hier erreichst du Azubis und junge Fachkräfte.
- Facebook für die Region: Hausbesitzer, Vereine, Gemeindegruppen. Viele deiner Kunden sind genau dort.
LinkedIn lohnt sich, wenn du Gewerbekunden oder Architekten erreichen willst. TikTok kann für Azubis spannend sein, braucht aber mehr Tempo. Fang mit zwei Kanälen an und mach die richtig.
Acht Inhalte, die im Handwerk funktionieren
- Vorher-nachher: das alte Bad, das neue Bad. Ein Klassiker, weil man das Ergebnis sofort sieht.
- Zeitraffer von der Baustelle: Handy aufs Stativ, eine Stunde laufen lassen, 15 Sekunden Ergebnis.
- Ein Werkzeug, ein Satz: „Das hier ist mein Lieblingswerkzeug, weil …“ – kurz, persönlich, sympathisch.
- Fehler, die wir oft sehen: Was Laien falsch machen und warum. Das zeigt Kompetenz, ohne zu prahlen.
- Das Team: Wer kommt zu mir nach Hause? Gesichter schaffen Vertrauen – bei Kunden und bei Bewerbern.
- Azubi-Tag: Ein Lehrling zeigt, was er diese Woche gelernt hat.
- Frage der Woche: „Wie oft sollte man die Heizung warten lassen?“ – kurz beantwortet.
- Jubiläen und Abschlüsse: Gesellenprüfung bestanden, zehn Jahre im Betrieb, neues Fahrzeug.
Wichtig: Wer im Video zu sehen ist, muss einverstanden sein – am besten schriftlich. Und Kunden fragst du vorher, ob ihr Haus gezeigt werden darf.
Wie oft posten?
Regelmäßig ist wichtiger als oft. Zwei Beiträge pro Woche, dazu ab und zu eine Story von der Baustelle, sind für einen Handwerksbetrieb ein guter Rhythmus. Lieber einen Monat vorplanen als jeden Morgen überlegen, was heute rausgeht.
So wird es kein zweiter Vollzeitjob
Der größte Fehler: Social Media hängt an einer Person, die es „nebenbei“ macht. Nach drei Wochen ist Ruhe. Besser ist ein fester Ablauf:
- Sammeln: Jeder im Team darf Fotos und kurze Clips in einen gemeinsamen Ordner oder eine Chatgruppe schicken.
- Planen: Einmal im Monat wird festgelegt, was wann rausgeht.
- Schneiden und texten: eine Person, ein fester Termin pro Woche.
- Freigeben: Der Chef schaut kurz drüber – fertig.
- Antworten: Kommentare und Nachrichten innerhalb eines Werktags beantworten.
Wenn das intern nicht klappt, kannst du die Schritte 2 bis 4 abgeben und nur noch freigeben. Oder ihr lernt es im Workshop selbst.
Jeder Beitrag braucht einen nächsten Schritt
Ein schönes Video ohne Hinweis, wie es weitergeht, verpufft. Sag am Ende, was der nächste Schritt ist: „Anfrage über den Link in der Bio“, „Ruf uns an“, „Wir suchen Verstärkung – alle Infos auf unserer Karriereseite“. Und sorg dafür, dass der Link dort landet, wo es wirklich weitergeht.
Beispiele aus unserer Arbeit
Beim Fachbetrieb mannl + hauck in Haßfurt haben wir Karriereseite und Social Recruiting aufgebaut, mit echten Mitarbeitern statt Stockfotos. Beim bike-store zeigen Reels Werkstatt, Team und Jubiläum. Und bei A. Schweinfest stellt sich das Team in einer Reel-Serie selbst vor. Mehr davon findest du in unseren Referenzen.
Checkliste für den Start
- Zwei Kanäle auswählen und Profile vollständig ausfüllen (Logo, Ort, Telefon, Link).
- Einwilligungen im Team einholen.
- Gemeinsamen Ordner für Fotos und Clips anlegen.
- Zehn Ideen aus der Liste oben für die ersten fünf Wochen auswählen.
- Festen Wochentermin zum Schneiden und Posten eintragen.
- Website und Google-Profil prüfen – dahin schicken dich die meisten Interessenten.
Lass uns draufschauen
Du willst wissen, wo du stehst? Im kostenlosen Schnellcheck prüfst du deine Website automatisch – und siehst gleich, ob Google-Profil und Social-Kanäle verlinkt sind. Mehr zum Angebot: Social Media Management und Marketing für Betriebe & Handwerk.
Häufige Fragen
Lohnt sich Social Media für einen kleinen Handwerksbetrieb?
Ja, wenn du es regelmäßig machst. Gerade kleine Betriebe profitieren, weil echte Gesichter und echte Arbeit mehr zählen als ein großes Budget.
Welche Plattform ist für Handwerker am besten?
Für die meisten: Instagram für Einblicke und Recruiting, Facebook für Kunden aus der Region. LinkedIn, wenn du Gewerbekunden erreichen willst.
Wie viel Zeit kostet Social Media pro Woche?
Mit festem Ablauf reicht oft ein Termin pro Woche zum Schneiden und Posten, dazu ein paar Minuten täglich für Antworten. Ohne Plan kostet es deutlich mehr.
Darf ich Mitarbeiter und Kundenhäuser zeigen?
Nur mit Einwilligung. Hol sie vorher ein, am besten schriftlich, und frag Kunden, bevor du ihr Haus oder ihre Adresse zeigst.