Das Wichtigste in Kürze
- Die besten Gesichter für deine Reels arbeiten schon bei dir: echte Menschen, echte Orte, kurze Sätze, Untertitel.
- Ein aktuelles Smartphone, gutes Licht und ein Ansteckmikro reichen für den Start. Ein Gedanke pro Reel.
- Einwilligung schriftlich und vorher einholen, Musik nur mit passender Lizenz – und wer nicht vor die Kamera will, muss nicht.
Inhalt(8 Abschnitte)
Du brauchst kein Casting, kein Studio und keinen Influencer-Vertrag. Die besten Gesichter für deine Reels arbeiten schon bei dir. Sie kennen die Produkte, die Fragen der Kundschaft und jeden Winkel im Laden. Und sie sind echt, was man sofort merkt.
Klar, „Wir müssten mal mehr Videos machen“ sagt sich leicht. Damit es nicht beim Vorsatz bleibt, bekommst du hier echte Beispiele, acht Formate, einen Drehtag in fünf Schritten und das, was rechtlich zu beachten ist.
Drei Beispiele aus unserer Arbeit
bike-store: Für den Fahrradhändler drehen wir Reels mit dem Team. Bei einem Drehtag stellt jemand aus dem Team ein Gravelbike vor, direkt im Laden, mit Ansteckmikro und eingeblendeten Untertiteln. Genau darum geht es: jemand, der weiß, wovon er redet. Zur Fallstudie · @bike.store.de (öffnet in neuem Tab)
Ofengalerie: Carla erklärt in der Ausstellung, wie man einen Kaminofen richtig reinigt, Schritt für Schritt und mit Untertiteln. Das ist ein klassisches Wissens-Reel: Es beantwortet eine Frage, die Kunden sowieso stellen, und zeigt nebenbei, wer dich im Laden berät. Zum Projekt · @ofengalerie.gmbh (öffnet in neuem Tab)
A. Schweinfest: Im Lederwaren-Fachgeschäft in Haßfurt stellt sich das Team mit eingeblendeten Vornamen vor. In einem weiteren Reel führen zwei aus dem Team durchs Sortiment, von Rucksäcken über Geldbörsen bis zu Koffern. Social Media mit Gesicht eben. Zum Projekt · @schweinfest.hassfurt (öffnet in neuem Tab)
Allen drei Beispielen ist gemeinsam: echte Menschen, echte Orte, kurze Sätze und Untertitel.
Acht Formate, die ohne Schauspieler funktionieren
- Team in 15 Sekunden: Wer ist wer? Name, Aufgabe, ein Satz mit Augenzwinkern.
- Frag den Profi: eine typische Kundenfrage, eine klare Antwort, so wie Carla bei der Ofenreinigung.
- Produkt in der Hand: neu eingetroffen, kurz erklärt, für wen es passt.
- So entsteht …: vom Rohmaterial zum fertigen Stück, vom Auftrag bis zur Übergabe.
- Vorher-nachher im Zeitraffer: eine Baustelle, eine Reparatur, ein umgestaltetes Schaufenster.
- Ein Tag bei …: vom Aufschließen bis zum Feierabend in 30 Sekunden.
- Fragen an die Geschäftsführung: Warum macht ihr das so? Was war euer verrücktester Auftrag?
- Unterwegs bei Kunden: Montage, Lieferung, Einsatz vor Ort – aber nur mit dem Einverständnis aller, die im Bild sind.
Ein paar dieser Formate haben wir uns auch für unsere eigenen Kanäle vorgenommen, etwa „Team in 15 Sekunden“, „Ein Tag bei YJAR“ und Drehs mit der Kamera direkt bei den Betrieben und Vereinen, mit denen wir arbeiten.
Der Drehtag in fünf Schritten
1. Themen sammeln
Schreib eine Woche lang mit, was Kunden fragen. Daraus werden deine nächsten zehn Reels. Plan sie in einem einfachen Redaktionsplan.
2. Vorbereiten, aber nicht auswendig lernen
Stichpunkte statt Skript. Die ersten Sekunden entscheiden, ob jemand weiterschaut – also fang mit der Frage oder dem Ergebnis an, nicht mit „Hallo, ich bin …“.
3. Drehen
Ein aktuelles Smartphone reicht für den Anfang. Wichtiger als die Kamera sind Licht und Ton: Stell dich mit dem Gesicht zum Fenster und nimm ein Ansteckmikro, das gibt es fürs Handy. Dreh im Hochformat und lieber drei kurze Takes als einen langen.
4. Schneiden
Kürz alles, was nicht nötig ist. Brenn Untertitel ein, damit das Reel auch ohne Ton funktioniert. Ein Cover-Bild mit klarer Zeile hilft, wenn das Reel im Profilraster steht.
5. Veröffentlichen und weiterverwenden
Schreib einen kurzen Text mit einer Frage oder einem nächsten Schritt dazu. Ein Reel, das zu deinem Betrieb passt, kannst du außerdem als Video in dein Google-Unternehmensprofil laden – dort sind Videos bis 30 Sekunden erlaubt (Google-Hilfe (öffnet in neuem Tab)). Nimm dafür eine Fassung ohne Musik aus Instagram oder der Sound Collection von Meta, mehr dazu unten beim Thema Musik. Wie du das Profil sonst aufstellst, steht in Google-Unternehmensprofil in 30 Minuten optimieren. Und wenn du Leute suchst: Team-Reels gehören auch auf die Karriereseite, siehe Fachkräfte finden im Handwerk.
Dialekt? Gern, wenn er echt ist. Gerade bei uns in Franken macht ein bisschen Mundart ein Reel oft sympathischer als jedes Hochdeutsch vom Teleprompter.
Und wenn niemand vor die Kamera will?
Völlig okay – und es darf auch keine Nachteile haben, wenn jemand Nein sagt. Es gibt genug Alternativen:
- Hände statt Gesicht: Werkzeug, Produkt, Handgriff in Nahaufnahme.
- Stimme aus dem Off: Jemand erklärt, die Kamera zeigt.
- Rücken und Details: Arbeit von hinten oder von oben gefilmt.
- Erst mal hinter die Kamera: Wer beim Dreh mithilft, traut sich beim nächsten Mal vielleicht selbst davor.
Was du rechtlich beachten solltest
Kurz vorweg: Das ist keine Rechtsberatung, sondern eine Übersicht, damit du die richtigen Fragen stellst.
- Einwilligung: Bildnisse dürfen grundsätzlich nur mit Einwilligung der abgebildeten Person verbreitet werden (§ 22 Kunsturhebergesetz (öffnet in neuem Tab)). Beim eigenen Team holst du sie schriftlich und vor der Veröffentlichung ein. Nenn dabei, wofür und wo das Video erscheint (Deutsche Handwerks Zeitung (öffnet in neuem Tab)).
- Freiwilligkeit: Wer nicht möchte, muss nicht – ohne Folgen.
- Ausscheiden aus dem Betrieb: Eine Einwilligung endet in der Regel nicht automatisch mit dem Arbeitsverhältnis, sie kann aber widerrufen werden. Kläre vorher, wie ihr dann mit alten Videos umgeht.
- Kunden und Passanten: Wer erkennbar im Bild ist, wird ebenfalls gefragt. Kinder stellst du nicht in den Mittelpunkt.
- Musik: Nicht jede Musik aus der Instagram-Bibliothek darfst du als Unternehmen nutzen – für Unternehmenskonten ist die Auswahl eingeschränkt. Meta bietet dafür die Sound Collection an, deren Titel du in Reels und Stories auf Facebook und Instagram verwenden kannst. Diese Freigaben gelten nicht automatisch für andere Kanäle: Lädst du dasselbe Reel ins Google-Profil, auf deine Website, zu TikTok oder YouTube, brauchst du Musik mit passender Lizenz oder eine Fassung ohne Musik.
- Metadaten: Handyvideos und -fotos speichern oft den Aufnahmeort. Entferne die Metadaten, bevor du Dateien weitergibst oder hochlädst.
Wie oft solltest du posten?
So oft, wie du es durchhältst. Ein Reel pro Woche, das jede Woche kommt, ist meist mehr wert als fünf in einer Woche und dann zwei Monate Funkstille. Starte klein, schau nach ein paar Wochen in die Auswertung deiner Reels, welche Themen ankommen, und mach davon mehr.
Lieber mit Unterstützung?
Wir planen mit dir die Themen, kommen zum Drehtag vorbei und schneiden die Reels. Vor Ort sind wir in ganz Franken, deutschlandweit nach Absprache. Wie das bei den Betrieben und Vereinen aussieht, mit denen wir zusammenarbeiten, siehst du auf unserer Referenzseite. Mehr zu unserer Arbeit findest du unter Social-Media-Management und Foto, Video & Podcast.
Häufige Fragen
Brauche ich eine Einwilligung meines Teams für Reels?
Ja. Bildnisse dürfen grundsätzlich nur mit Einwilligung verbreitet werden. Hol sie schriftlich und vor der Veröffentlichung ein, mit Angabe, wofür und wo das Video erscheint.
Reicht ein Smartphone, oder brauche ich eine Kamera?
Für den Start reicht ein aktuelles Smartphone. Mehr Wirkung als eine teure Kamera haben gutes Licht, ein Ansteckmikro und ein klarer Gedanke pro Reel.
Wie lang sollte ein Reel sein?
So kurz, wie die Botschaft es erlaubt. Ein Gedanke, ein Reel. Willst du es zusätzlich im Google-Profil zeigen, darf es dort höchstens 30 Sekunden lang sein – und die Musik muss auch dort lizenziert sein.
Darf ich Musik aus Instagram einfach verwenden?
Nicht automatisch. Für Unternehmenskonten ist die Auswahl eingeschränkt, Meta bietet dafür die Sound Collection für Reels und Stories auf Facebook und Instagram an. Zeigst du das Reel auch woanders, etwa im Google-Profil, auf deiner Website, bei TikTok oder YouTube, brauchst du Musik mit passender Lizenz oder eine Fassung ohne Musik.
Was, wenn jemand aus dem Team das Unternehmen verlässt?
Die Einwilligung erlischt in der Regel nicht automatisch, kann aber widerrufen werden. Regle am besten schon beim Einholen der Einwilligung, was dann mit den Videos passiert.